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Qutenza®-Serie, Teil 2: Erfahrungsberichte aus österreichischen Schmerzzentren

Qutenza® auch als First-Line-Therapie empfehlenswert

Im Gespräch mit OÄ Dr. Sylvia Reichl, Leiterin der Interdisziplinären Schmerzambulanz an der Universitätsklinik für Anästhesiologie, perioperative Medizin und allgemeine Intensivmedizin der PMU, Salzburg:

Worin sehen Sie den großen Nutzen von Qutenza®?

Die topische Behandlung mit Qutenza® ist mit weniger Nebenwirkungen verbunden und hat dadurch ein deutlich besseres Nutzen-Risiko-Profil als die gängigen Mittel gegen neuropathische Schmerzen. Qutenza® ist sehr gut mit systemischen Therapien kombinierbar, wobei das Schmerzpflaster auch gut als Monotherapie einsetzbar ist. Die systemische Medikation kann in Kombination mit Qutenza® reduziert oder sogar ausgeschlichen werden. Der Effekt kann bis zu zwölf Wochen anhalten, was besonders bei älteren Patienten ein großer Vorteil ist.

Bei welchen Patienten setzen Sie Qutenza® vorwiegend ein?

In unserer Schmerzambulanz ist die Hauptindikation die Post-Zoster-Neuralgie. Weiters sind wir mit Qutenza® auch bei anderen peripheren neuropathischen Schmerzen erfolgreich – bspw. bei Diabetes mellitus, nach Chemotherapien oder bei peripheren Nervenläsionen.

Wie beurteilen Sie die Wirksamkeit und die Responderrate?

Bei der Post-Zoster-Neuralgie haben wir sehr gute Ergebnisse – 80 bis 90 Prozent der Patienten sprechen gut an, bei chemotherapieinduzierter Neuropathie trifft das etwa auf die Hälfte zu. Diabetische Neuropathien sehen wir seltener. Wenn doch, dann reagieren auch diese Patienten gut auf eine Qutenza®-Therapie.

Studien zeigen: Je früher mit der Qutenza®-Behandlung begonnen wird, desto größer ist der Erfolg.1 Deckt sich das auch mit Ihrer klinischen Erfahrung?

Ja, das deckt sich mit meiner Praxiserfahrung. Bei der Post-Zoster-Neuralgie muss man nur abwarten, bis die Effloreszenzen abgeheilt sind, denn die Haut muss für die Qutenza®-Anwendung intakt sein. Bei den anderen neuropathischen Schmerzzuständen kann man sehr früh beginnen. Wobei die Zuweisungen leider erst recht spät kommen.

Was braucht es, um einen früheren Einsatz zu fördern, und wie kann der niedergelassene Facharzt bzw. der Allgemeinmediziner dies unterstützen?

Ich denke, viele Hausärzte wissen, dass es dieses Pflaster gibt, aber zu wenige wissen, wo die Behandlungen durchgeführt werden. Das bedeutet: Jene Ärzte brauchen eine Information, wohin sie überweisen können. Weiters wird Qutenza® in der Literatur eher als Second- oder Third-Line-Therapie beschrieben. Allerdings kann man speziell bei älteren Patienten mit Post-Zoster-Neuralgie das Capsaicinpflaster durchaus auch als Therapie der ersten Wahl einsetzen.

Wann sollte der Hausarzt Patienten an die Schmerzambulanz überweisen?

Wenn die ersten zwei Therapieversuche mit Schmerzmedikamenten nichts gebracht haben, sollte man daran denken, an die Schmerzambulanz zu überweisen.

 

Die Schmerzambulanz am Uniklinikum Salzburg stellt sich vor

Das interdisziplinäre Team besteht aus diplomierten Schmerztherapeuten, vorwiegend Anästhesisten und Psychologen, sowie aus Pflegefachkräften. Es werden Patienten behandelt, die aufgrund ihrer chronischen Schmerzen gegebenenfalls auch eine längerfristige Behandlung brauchen. Daher bietet das Team Hilfe bei der Führung schwer einzustellender Patienten an. Die Anmeldung für die Diagnostik und nachfolgende Therapie erfolgt durch den behandelnden Arzt oder durch den Patienten selbst mit entsprechender ärztlicher Zuweisung. Danach erhält jeder Patient einen Schmerz-Fragebogen. Nach Eingang des ausgefüllten Bogens und aller für die Schmerzen relevanten Befunde der vorbehandelnden Ärzte wird dem Patienten ein Termin in der Schmerzambulanz gegeben.

 

Kontakt

Universitätsklinik für Anästhesiologie, perioperative Medizin und allgemeine Intensivmedizin der PMU, Salzburg
Interdisziplinäre Schmerzambulanz
Tel.: 05 7255 / 24007
E-Mail: schmerzambulanz@salk.at
https://salk.at/1763.html

 

Weitere Erfahrungsberichte finden Sie hier

Literatur:
  1. Maihöfner C et al., Treatment of peripheral neuropathic pain by topical capsaicin: Impact of pre-existing pain in the QUEPP-study, European Journal of Pain 2014, 18, S. 671-679.

Qutenza® 179 mg kutanes Pflaster
Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jedes kutane Pflaster mit einer Fläche von 280 cm2 enthält: Wirkstoff: 179 mg Capsaicin entsprechend 640 Mikrogramm Capsaicin pro cm2 Pflaster. Sonstige Bestandteile - Pflaster: Matrix: Silikonklebstoffe, Diethylenglycolmonoethylether (Ph.Eur.), Dimeticon 12500 cSt, Ethylcellulose N50 (E462); Trägerschicht: Poly(ethylenterephthalat) (PET)-Film, Drucktinte mit Pigmentweiß 6; Abziehbare Schutzfolie: Polyesterfilm, Fluorpolymer beschichtet; sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung - Reinigungsgel: Butylhydroxyanisol (Ph.Eur.) (E320) (0,2 mg/g) sonstige Bestandteile - Reinigungsgel: Macrogol 300, Carbomer 1382, Gereinigtes Wasser, Natriumhydroxid (E524), Natriumedetat (Ph.Eur.). Anwendungsgebiete: Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen bei Erwachsenen. Qutenza kann als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Schmerzen angewendet werden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Warnhinweise: Reinigungsgel enthält Butylhydroxyanisol. Vor Anwendung Packungsbeilage beachten. Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokalanästhetika, andere Lokalanästhetika, ATC-Code: N01BX04 Verschreibungspflichtig/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Inhaber der Zulassung: Grünenthal GmbH, Zieglerstr. 6, 52078 Aachen. Stand der Information: Jänner 2021.